Palmyra - Oase der Kulturgeschichte
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Ruinen einer Oase: Inmitten der syrischen Wüste liegen die Ruinen der Stadt Palmyra, die einst durch Reichtum, Handel und Palmen erblühte. Karawanen durchquerten sie jahrhundertelang, auf ihrem Weg zur Seidenstraße. Dann verblasste die goldene Zeit über die Jahrtausende, der Wüstensand verwehte die Stadt. Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien ist die UNESCO besorgt um das Weltkulturerbe. -
Gottes Tempel: Ein Bauwerk für den größten mesopotamischen Gott: Im ersten Jahrhundert bauten die Palmyrer einen Tempel im römischen Stil für die Gottheit "Baal". Rom soll ihn bezahlt haben, als Dank für den Beitritt der Karawanenstadt ins Römische Reich. Der riesige Baal-Tempel ist nach allen Himmelsrichtungen ausgerichtet. Das Gemäuer ist bereits durch Einschüsse als Folge des anhaltenden syrischen Bürgerkriegs gezeichnet. -
Straße der Kostbarkeiten: Etwa einen Kilometer lang ist die Säulenstraße, die im zweiten Jahrhundert errichtet wurde. Der Hadriansbogen, zu Ehren des römischen Kaisers Hadrian erbaut, ist der Eingang zur Straße. Der griechisch-römische Baustil wurde damals bevorzugt - mit ein paar orientalischen Schnörkeln. Gewürze, Düfte, Edelsteine und andere Schätze passierten die einstige Prachtstraße aus Lehm. -
Gott des Windes: Ein weiterer Gott war Baal-Schamin, der Gott des Windes. Und tatsächlich: Sein Tempel blieb von den Sandstürmen verschonter als die Grabtempel am Ende der Säulenallee. Die später eingewanderten Phönizier sollen ihn erbaut haben. Wann der Baal-Schamin-Tempel genau errichtet wurde, ist aber nicht bekannt. -
Orientalische Dramen: Palmyra trug in vielerlei Hinsicht die Züge einer griechisch-römischen Stadt: die Säulenhalle, die Thermen oder das Amphitheater. Auf dessen Bühne, eine Palastfront, spielten sich orientalische Dramen ab. Die in aramäischer Sprache verfassten Stücke sind nicht erhalten. Das Theater wurde auch für Tier- und Gladiatorenkämpfe genutzt. -
Forum der Oberschicht: Hier war einst die steinerne Oberschicht Palmyras versammelt: 200 Statuen standen damals ihr zu Ehren in den Säulenhallen der Agora, dem Marktplatz. An der Südweststrecke der Agora befinden sich die Überreste eines Bauwerks, das vermutlich ein Tagungsort des "Stadtrats" war. Dem gehörten die Vertreter der einflussreichsten Kaufmannsfamilien an, die die Geschicke der Wüstenstadt lenkten. -
Luxuriöse Gräber: Vor den Toren der Stadt liegen verschiedene Grabfelder. Namhafte Familien bauten hohe Türme mit Grabfächern für mehrere Generationen. Einige der letzten Ruhestätten sind kunstvoll verzierte Sarkophage. Es gibt auch etliche unterirdische Grabanlagen, die mit reicher Bauornamentik oder Fresken verziert sind. Die Gräber sind ein Zeugnis des Alltagslebens und des Reichtums der damaligen Zeit. -
Drohende Verwüstung: Im dritten Jahrhundert nach Christus wurde Palmyra zum Militärstützpunkt. Nach der Herrschaft von Zenobia folgte ein Wechselspiel der Mächte. Das goldene Zeitalter verblasste, der Glanz der Stadt wurde vom Wüstensand begraben. Seit 2011 hat der Bürgerkrieg Spuren in der Ruinenstadt hinterlassen. Die UNESCO warnt nun davor, dass - neben anderen Kulturstätten - auch Palmyras "unersetzlicher Schatz" zerstört werden könnte.
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